Wir hatten uns vorbereitet, auf unseren ersten Wohnmobil Sommerurlaub. Aber als langjährige Wohnwagen Camper mussten wir uns etwas an die neue Art zu reisen gewöhnen. Wir haben vorab eine grobe Route vorgesehen, jedoch nicht genau die Etappen geplant. Für die Zukunft nehmen wir uns vor, besseres Kartenmaterial zu besorgen, kleinere Etappen zu fahren, maximal 50 km pro Tag, in der Hauptsaison Touristenhochburgen zu meiden.

Als sehr hilfreich haben sich die Apps Stellplatz Scandinavia und promobil Stellplatz-Radar erwiesen. Leider sind nicht immer alle Angaben richtig, die Stellplätze findet man schon, aber mit den Angaben zu Strom, Entsorgungsmöglichkeiten und Sanitär nehmen es manche nicht so genau.

Wir hatten von Schweden viel gelesen und gehört - ideales Land für Camper, na dann kann ja nichts mehr schiefgehen...
Also über das Wetter braucht man ja im Sommer 2018 nicht viel reden, Sonne heiß, alles super. Die Megahitze blieb uns erspart und am Ende ging den Temperaturen etwas die Luft aus, so dass wir auch einmal eine Fleecejacke bemühen mussten. Regen gab es auch, ungefähr drei Stunden.

Die Tour ging über Puttgarden mit der Fähre nach Rodby, weiter nach Kopenhagen. Über die Oresundbrücke erreichten wir Malmö und von hier an mieden wir die Autobahn. Es ging entlang der Westküste bis Strömstad nahe der norwegischen Grenze, dann etwas weiter östlich durchs Hinterland zurück nach Göteborg. Hier setzten wir mit der Fähre über nach Fredrikshavn und starteten von Skagen unsere Dänemarktour, ebenfalls entlang der Westküste. Insgesamt waren wir etwa 3000 km auf Tour, haben auf Stellplätzen und Campingplätzen unterschiedlichster Komfortklassen unsere Nächte verbracht. Es war ein gelungenes Abenteuer. 

Wir haben die Tour in zwei Teile geteilt - Schweden und Dänemark - viel Spaß....

 

 

1. Tag - Anreise über Dänemark 

 

Der Bommel ist fertig gepackt, wir fahren los, auf Schwedentour. Wie ist der Plan? Erst mal bis über die Elbe kommen. Dann ist es kurz vor 22 Uhr und wir stehen am Fährterminal in Puttgarden. Wir haben ein Ticket gebucht, allerdings für einen Tag später. Mal sehen was passiert. Alles kein Problem, um 22:15 h legt die Fähre nach Rodby ab, wir sind an Bord.
Eine Stunde später schlagen wir auf dem ersten Autobahnparkplatz in Dänemark unser Nachtquartier auf. Es wird eine ruhige, erholsame Nacht.

 

2. Tag - Ankunft in Schweden

Nach Frühstück und Gassirunde geht es nach Kopenhagen. Wir wollen die kleine Meerjungfrau besuchen. Es ist super voll in Kopenhagen und die Jungfrau wird belagert. Trotzdem gibt es das obligatorische Foto. Natürlich haben wir einen kostenlosen Parkplatz ganz in der Nähe gefunden, nur beim Wenden muss etwas gekurbelt werden.
Auf nach Schweden, über die Öresundbrücke nach Malmö. Kurz vor 15 Uhr erreichen wir First Camping Sibbarp Malmö, unser Tagesziel.

Der Campingplatz ist ein typischer Übernachtungsplatz. Nur wenige Camper bleiben hier länger als eine Nacht. Die Sanitäranlagen sind modern und halbwegs sauber. Es gibt extra Stellplätze für Wohnmobile, aber wir entscheiden uns für eine Parzelle auf dem Campingplatz. Wir machen einen Spaziergang und bewundern das Panorama auf die Öresundbrücke.

 

3. Tag - Malmö - Mölle - Tanga

Unsere Nachbarin weckt uns um 7:30 h mit ihrem Geschnatter, ja im Zelt ist es warm, bei uns aber nicht....

Also nach Gassirunde, Frühstück und Morgendusche geht es weiter. Über Nebenstraßen nach Mölle, unser Tagesziel ca 100 km nördlich von Malmö.
Was uns auffällt, die Landschaft ist hügelig und es gibt viel Landwirtschaft. Wir vermissen etwas das typisch Schwedische, aber das kommt später.

Mölle ist sehr schön, aber leider auch sehr voll - ziemlich eng mit unserem Bommel. Also verlassen wir die Landzunge wieder und suchen uns einen Platz für die Nacht. Mehr durch Zufall und ein kleines Hinweisschild an der Straße finden wir in Tanga einen Stellplatz, mit See. Wir sind die einzigen Gäste, kein Waschhaus, aber Stromanschluss für 130 Kronen pro Nacht. Das Geld wird in einen Briefumschlag gesteckt und in den Briefschlitz geworfen - Selfservice...

Eine Bahnlinie in der Nähe trübt etwas die Idylle.

 
4.+ 5. Tag - Tanga - Halmstad

Heute weckt uns kein Nachbarschaftsgeschnatter, deshalb geht die Nachtruhe bis 9 Uhr. Die Hunde können frei laufen und wir packen in aller Ruhe zusammen.

Unser nächstes Ziel ist Bastad oder Halmstad, je nach dem, wo es uns besser gefällt. Die Wahl fällt auf Halmstad. Wir schlagen unser Quartier bei Vilshärad Camping auf, einem gemütlichen Familienplatz, der sowohl nahe am Strand als auch nahe am Wald liegt. Schließlich müssen sich auch die Bärchen wohl fühlen und laufen. Wir beschließen, hier ein paar Tage zu bleiben und das traumhafte Wetter zu genießen.

Die Sanitäranlagen sind etwas in die Jahre gekommen, aber sauber. Die Parzellen sind ausreichend groß und haben alle einen Wasser- und Stromanschluss. Nur einen Steinwurf entfernt ist ein riesiges Waldgebiet mit markierten Wanderwegen unterschiedlichster Länge. Super, wenn man mit Waldbären unterwegs ist...

 

6. Tag - Halmstad - Getterön

Wir fahren weiter bis zum Naturum Getterön, nördlich von Varberg. Der Stellplatz ist eine Katastrophe. Es ist ein geschotterter Platz neben einer stark befahrenen Straße in einem Gewerbegebiet, gegenüber einer stinkenden Kompostieranlage. Es gibt Strom und einen Müllcontainer. Strom ist für uns wichtig, da unsere Klimaanlage nur mit 230V funktioniert - und unsere Hunde lieben die wohltuende Kühle im Wagen bei Temperaturen von 30 Grad.

Das Naturum bietet ein Naturschutzgebiet, wo Vögel beobachtet werden können. Es gibt markierte Spazierwege und ein Cafe. 

Da der Bezahlautomat defekt war, blieb diese Übernachtung kostenlos. Nach unruhiger Nacht geht es am Morgen weiter Richtung Göteborg.

 

7. Tag - Getterön - Göteburg - Ellös

Wir erreichen die Schärenküste und sind fasziniert. Es sieht aus, wie wir uns Schweden vorgestellt haben, rote Holzhäuschen, felsige Küste und Meer. Wir finden einen hübschen Stellplatz, leider ohne Strom, auf Camping Stocken in Ellös. Wir bleiben zwei Tage.

Der Campingplatz machte auf uns einen chaotischen Eindruck. Die Parzellen waren knapp bemessen und irgendwie hatte man das Gefühl, alle Wagen stehen durcheinander. Die Waschhäuser waren sauber, eventuell etwas wenig bemessen, im Verhältnis zu der Anzahl der Stellplätze. Wir hatten eine große Parzelle im Bereich einer Zeltwiese, jedoch ohne Strom.

Das Dorf ist sehr schön, Gassierunden sind etwas schwierig. So blieb uns nur die Flexileine...

 

9. Tag - Ellös - Lysekil - Munkedal

Wir setzen unsere Tour fort. Tagesziel ist Lysekil, in der Marina ist ein super-schöner Stellplatz, umgeben von Wasser. Die Küste ist außergewöhnlich schön. Der Stellplatz auch, nur leider ist er auch total überfüllt. Wir versuchen es auf anderen Stellplätzen und Campingplätzen. Es ist nichts mehr frei. So beschließen wir, von der Küste Richtung Landesinnere zu fahren. Etwa 30 km von der Küste finden wir in Munkedal einen super-schönen Stellplatz. Bei Bralands Gard Camping buchen wir drei Nächte mit Strom für 250 SEK pro Nacht. Dusche, Toilette, Waschmaschine und WLAN inklusive.

Der Platz liegt an einem Fluss, wo man Lachs fischen kann. Man kann wandern und endlich dürfen die Hunde wieder von der Leine. Sie toben und planschen im Wasser und tollen herum. Die Parzellen sind großzügig, die Eigentümer sehr freundlich, kommen abends vorbei und fragen, ob alles in Ordnung ist. Zahlen kann man auf viele Art und Weisen, sogar per PayPal.

 

12. Tag - Munkedal - Grebbestad

Wir verlassen schweren Herzens Munkedal und fahren zurück zur Küste nach Grebbestad. Hier gibt es eine Filiale von Schwedens größtem Sportausstatter, Sportshopen.com. Praktischerweise gibt es dort gleich einen Stellplatz mit Stromanschluss und Servicestation. Für 250 Kronen bleiben wir eine Nacht.

Nach unserer Shoppingtour und dem Besuch des Restaurants machen wir uns auf, um zum Dessert ein Eis zu essen. Es geht am Strand entlang  nach Grebbestad, ein Gewaltmarsch. Es herrschen über 30 Grad und Mensch und Tier sind froh, dass der Rückweg entlang der Straße nur halb so weit ist. 

 

13. Tag - Grebbestad - Strömstad - Ed

Nach ruhiger Nacht fahren wir weiter nach Strömstad. Wir befinden uns schon sehr nahe der norwegischen Grenze. Die Küste ist Bilderbuch schön, wie Ferien auf Saltkrokan. Bootsmann und Pelle sind heute Snickers und Devil.

Die Stellplätze sind voll und eng, Bommelbatterie wollen wir nicht. Die Stellplatz-App hat leider Fehler und der geplante Platz hat keinen Strom und keine Dusche.
Was in Munkedal schon einmal funktioniert hat versuchen wir noch einmal. Wir fahren landeinwärts und landen in Dals Ed, bei Dals Ed Batklubb, einem schönen Stellplatz am See. Für 200 Kronen bleiben wir eine Nacht.

 

14. Tag - Ed - Göteburg

Wir hatten eine ruhige Nacht und finden eine schöne Gassi-Runde oberhalb des Platzes durch den Wald. Wir überlegen , wohin wir als nächstes fahren möchten. Eigentlich haben wir die Tour, die wir uns vorgenommen hatten viel zu schnell abgefahren. Angesichts der Waldbrände in Mittelschweden und der beengten Verhältnisse auf den Küstenplätzen entschließen wir uns, mit der Fähre von Göteborg nach Fredrikshavn in Dänemark zu fahren. Mit dem IPad werden schnell die Preise und der Fahrplan gecheckt. Die Fähre um 20:30 h können wir bequem erreichen.

Und dann geht es los nach Göteborg. Wir erreichen das Fährterminal und die geplante Fähre. Kurz nach Mitternacht finden wir einen Stellplatz vor einem Campingplatz in Fredikshavn. 

Die Tourbeschreibung geht weiter im zweiten Teil...