Es ist Freitag, noch eine Woche bis zu den Osterferien 2013. Es ist kalt, aber wenigstens liegt kein Schnee mehr.

Die Wettervorhersage sagt, dass das Winterwetter anhalten soll. Der Wohnwagen muss zum Tüv, also holen wir den Hobby aus dem Winterschlaf. Der Mover funktioniert nicht - Batterie leer - also Handarbeit. Ankoppeln und auf zur Prüfstelle. Wir haben einen Termin, müssen nicht warten. Der Prüfer ist sehr jung, und sehr gewissenhaft. Nach einer Stunde gibt es keine Plakette, der Auflaufweg der Bremse ist zu lang. Ich erkläre dem Prüfer, dass ich das einstellen werde. Er entgegnet, gut, dann kommen sie heute Nachmittag nochmal vorbei. Ein Blick zur Uhr 15:30 h - Scherzkeks! Ich frage, ob er zwei 17er Schlüssel für mich hat. Er hat, ich stelle die Bremse ein und bekomme eine Plakette.

Auf der Rückfahrt beginnt es zu schneien. Frühling geht eigentlich anders.

Nach 48 Stunden Laden ist die Moverbatterie wieder einsatzfähig. Der Mover funktioniert trotzdem nicht. Batterie defekt? Laut Messgerät ist die Batterie ok. Also einen Motor direkt an die Batterie gesteckt, Motor läuft, Batterie ist in Ordnung. Was hat das Ding also? Erst mal im Internet suchen... Die einschlägigen Foren geben wenig Grund zur Hoffnung. Das Steuergerät scheint häufig den Geist aufzugeben. Irgendwo finde ich dann die Bedienungsanleitung in holländisch. Darin gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer - die Synchronisation zwischen Steuergerät und Fernbedienung. Anja hilft mir bei der Übersetzung und findet per Zufall den Text in deutsch, weiter unten im PDF. Ok also mit Taschenlampe und IPad zurück in den Wohnwagen und nach ein paar Zaubersprüchen schnurrt der Mover wie am ersten Tag. Es ist Dienstagabend 21:30h, noch drei Tage bis zur Abreise.

Am Donnerstag werden Kisten mit Lebensmitteln und Kleidung in den Wohnwagen gebracht. Es liegen 5 cm Schnee auf dem Dach und wollen einfach nicht tauen. Also Leiter und Schrubber raus zum Schneeschippen auf dem Dach. Das gab es noch nie, dass ich vor der Saisoneröffnung Schneeschieben musste.

Es ist Freitag 14:15h, es ist alles im Wagen verstaut und es geht los. Es ist 5 Grad kalt und eigentlich hat keiner Lust auf Campen. Nur die Harten kommen in den Garten, kann nur besser werden.

Weit gefehlt: Bei der Ankunft zeigt uns der Platzbesitzer unseren Standplatz. Ein von Baggerspuren durchpflügtes Stück Wiese auf einer Baustelle. Wir protestieren - sorry leider ausgebucht. Wir drohen mit Abreise und nach langem Palaver und einigen Anrufen bekommen wir einen anderen Stellplatz.

Es ist Freitag, 19 Uhr, wir haben 3 Grad und es bläst ein kräftiger, eisiger Wind - na dann schönen Urlaub...

Samstag, es ist noch etwas kälter und der Wind pustet noch genauso kräftig und eisig wie gestern. Wir warten bis zum Nachmittag, das Wetter wird nicht besser. Wir entscheiden uns, das Vorzelt aufzubauen. Als wir das Zelt in die Kederleiste eingezogen haben, stellen wir fest, dass wir nicht genügend Arme haben, der Wind ist zu stark und es ist bitter kalt. Verena und Matthias werden eilig herbeigerufen und gemeinsam schaffen wir es, das Zelt aufzubauen. Wir sind kaum fertig, da beginnt es zu schneien, was für ein Schei....

Am nächsten Morgen liegen 10 cm Neuschnee. Wintercamping hatte ich mir immer anders vorgestellt, mit Bergen und nicht an der Nordsee. Also wieder Schnee schaufeln, vom Zeltdach und rund ums Zelt. Es ist -3 Grad und der Wind macht es extra kalt. Aber es schneit nicht mehr, man freut sich schon über Kleinigkeiten.

Es ist Sonntag, der Schnee taut langsam, ganz langsam. Snickers nimmt ein Bad in einem Kanal. Vermutlich ist er einfach ins Eis eingebrochen. Ich renne mit ihm zum Wohnwagen und rubbel ihn so gut es geht trocken. Er hat schon Eiszapfen im Fell....

Am Montag wird es freundlicher und es taut weiter. Snickers nimmt heute ein Bad in der Dusche, weil er sich auf dem auftauenden, matschigen Boden total einsaut.

Dienstag, hurra wir haben Sonne und wir erinnern uns, warum wir hier hin gekommen sind. Endlich können wir am Strand laufen und uns windgeschützt in die Sonne setzten - herrlich. Es könnte gern 10 Grad wärmer sein, aber man wird ja anspruchslos. Leider sind nicht alle Camper so nett wie wir. Als wir am Abend beim Betreten des Platzes von einem freilaufenden Rottweiler überfallen werden und den Besitzer bitten, den Hund anzuleinen, wird dieser aggressiv, beschimpft uns und schlägt mir zum Schluss die Brille von der Nase. Fazit: Brille verbogen, Schrammen auf der Nase...

Mittwoch, es gibt auch noch nette Menschen. Der Optiker in Middelburg repariert meine Brille ohne Bezahlung. Das Wetter bleibt freundlich, aber kalt. Wir können uns auch mal in die Sonne setzten. Snickers macht es sichtlich Spaß, den Strand umzugraben. Das Meer ist ihm nicht ganz geheuer, zumindest stürzt er sich nicht ungestüm in die Fluten. Auch am Donnerstag bleibt es heiter bis wolkig. Während die Familie den Markt in Middelburg leerkauft, muss ich arbeiten. Ich sitze im Vorzelt am Laptop und programmiere Datenschnittstellen.....

Karfreitag, das Wetter bleibt wie es ist, trocken, sonnig aber kalt. Nachts stellen wir die Gasheizung ab und lassen nur die elektrische Fußbodenheizung eingeschaltet. Morgens gegen Sieben muss Snickers raus - das Thermometer zeigt im Wohnwagen 7 Grad. Benjamin kommt am Nachmittag und verbringt die Ostertage mit uns. Es wird jeden Tag etwas wärmer, d.h. morgens ist der Boden gefroren und tagsüber gibt es bis zu 7 Grad.

Die Ostertage und die folgende Woche genießen wir mit langen Spaziergängen am Strand. Zwischendurch wärmen wir uns an heißem Kakao mit Sahne in den diversen Strandpavillons. Snickers hat richtig Spaß am Strand. Mit wachsender Begeisterung apportiert er einen Tennisball, natürlich nur im Tausch gegen ein Leckerchen. Zwischendurch versucht er, Möwen und Strandläufer zum Spielen zu animieren. Dummerweise verstehen die Vögel das nicht und fliegen immer weg. Bei kleinen Pausen buddelt er fleißig im Sand. Wenn es nur ein paar Grad wärmer wäre.

Am Donnerstag bauen wir das Vorzelt ab und verstauen alles. Freitagmittag machen wir uns auf den Heimweg. Zwei Wochen Urlaub sind vorbei. Die Saison ist eröffnet....

 


Frühjahr 2014

In diesem Jahr ist alles anders. Wir haben unser Lager während der Osterferien auf Mini-Camping Duinfliet in Zoutelande aufgeschlagen. Eigentlich dürfte ich diesen Bericht gar nicht veröffentlichen, gibt es auf Camping Duinvliet doch nur 25 Stellplätze. Und einen davon hätten wir im nächsten Jahr gern wieder.

Camping Duinvliet bietet großzügige ebene Wiesenstellplätze in kleinen Gruppen zu drei bis vier Parzellen. Bei den meisten Stellplätzen ist der Bereich, wo Wohnwagen und Vorzelt zu stehen kommen, mit Waschbetonplatten plattiert. Dadurch stehen Wohnwagen und Vorzelt eben und bei Regenwetter gibt es kein Schlammbad. Die Parzelle selbst hat weder Abwasser noch Frischwasseranschluss. Frischwasser kann in Parzellennähe gezapft werden.

Die Sanitäreinrichtung ist einfach. Es gibt 6 Duschen und 6 Toiletten, was nach unseren Erfahrungen völlig ausreichend ist. Das Wichtigste ist die Sauberkeit und hier gibt es von uns 5 Sterne. Die Vermieter sind sehr freundlich. Für Kinder gibt es einen großen Spielplatz und die Tiere des Bauernhofs zum anfassen. Frische Eier können vor Ort gekauft werden. In 10 Minuten ist man zum Strand gelaufen.

So, jetzt hab ich genug Werbung gemacht. In diesem Jahr meinte es der Wettergott sehr gut mit uns. Saßen wir im vergangenen Jahr noch mit Winterjacken im Schnee und mussten frieren, gab es in diesem Jahr freundliches Wetter bei 15-20 Grad. Da lacht das Camperherz. Für Snickers ist Campen genau richtig. Er liegt am liebsten draußen, mitten im Weg, so dass er alles mitbekommt. Er akzeptiert, dass die Wiese ihm nicht allein gehört und toleriert andere Hunde, solange sie nicht zu nahe an unsere Parzelle kommen.

Mit faulenzen in der Sonne und Spaziergängen am Meer ließ sich die Zeit gut vertreiben. Natürlich kamen Benjamin und Verena zu Ostern zu Besuch. Alle haben die schöne Zeit genossen, die viel zu schnell vorbei ging...

Die Campingsaison 2014 ist eröffnet.

Die Fotos wurden übrigens alle mit unserer neuen Nikon S9400 Kompaktkamera geschossen. Steckt viel drin in dem Zwerg...